Sport

Forderung nach Maduro-AngriffIOC schließt US-Sportler nicht von Olympischen Spielen aus

12.01.2026, 12:32 Uhr
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Die Olympischen Winterspiele finden in diesem Jahr in Italien statt. (Foto: picture alliance / Daniel Kalker)

Der international höchst umstrittene US-Militäreinsatz in Venezuela bewegt kurz vor den Winterspielen in Italien auch die olympische Welt. Jetzt reagiert das IOC auf Rufe nach Sanktionen für das US-Team.

In der Debatte um Konsequenzen für das amerikanische Olympia-Team nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela hat das IOC einen Ausschluss von US-Athleten von den Winterspielen ausgeschlossen. Das Internationale Olympische Komitee könne sich "nicht direkt in politische Angelegenheiten oder Konflikte zwischen Ländern einmischen, da diese nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fallen. Dies ist Sache der Politik. Unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass Athletinnen und Athleten unabhängig von ihrer Herkunft an den Olympischen Spielen teilnehmen können", teilte das IOC auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Das US-Militär hatte Anfang Januar Ziele in der venezolanischen Hauptstadt Caracas angegriffen und in einer Kommandoaktion Präsident Nicolás Maduro festgenommen. Er wurde in die USA in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht, wo er sich wegen angeblicher Drogendelikte vor Gericht verantworten muss.

Daraufhin hatte es vereinzelte Rufe gegeben, das IOC solle die USA ähnlich sanktionieren wie Russlands Sportler wegen des Angriffskriegs in der Ukraine. Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus dürfen wie schon bei den Sommerspielen in Paris 2024 auch bei den Winterspielen in Italien im Februar nur unter neutraler Flagge und ohne Hymne teilnehmen, sofern sie von den zuständigen Weltverbänden überhaupt zugelassen werden. Teams wie zum Beispiel im Eishockey sind komplett ausgeschlossen.

IOC verweist auf "komplexe Realität"

"Als globale Organisation muss das IOC mit einer komplexen Realität umgehen. Bei jeder Ausgabe der Olympischen Spiele muss sich das IOC mit dem aktuellen politischen Kontext und den neuesten Entwicklungen in der Welt auseinandersetzen. Dies ist uns stets erfolgreich gelungen", ließ die olympische Dachorganisation wissen. Der Sport müsse ein "Leuchtfeuer der Hoffnung" bleiben und Athleten aus aller Welt vereinen.

In Paris hätten Sportler aus allen 206 Nationalen Olympischen Komitees und eines Flüchtlingsteams "trotz der komplexen internationalen geopolitischen Lage friedlich im Olympischen Dorf" zusammengelebt, fügte ein IOC-Sprecher hinzu. Wie vor den Sommerspielen in Frankreich machten sich allerdings auch vor Winter-Olympia Vertreter der Ukraine dafür stark, russischen Athleten die Teilnahme zu verwehren.

Quelle: ntv.de, tno/dpa

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